Glückliche Wikinger!

„Hossa“ denke ich vor der Auslage der Neuerscheinungen in meiner Bibliothek stehend, als mir dieses Buch ins Auge fällt : „Warum dänische Kinder glücklicher und ausgeglichener sind“.

Literaturempfehlung

Sehr gespannt darauf, eine Erklärung für das „Glück“ der Kinder in Dänemark zu erhalten, verschlinge ich das Buch voller Neugierde innerhalb eines Wochenendes. Jenes „Glück“ , so die Autorinnen Jessica Joell Alexander und Iben Dissing Sandahl, hätte verschiedene Faktoren. Sie konzentrieren sich in ihrem Buch auf die Philosophie der Erziehung in Dänemark als wichtigen Faktor für das „Glück“ der Kinder bzw. aller Menschen in Dänemark.

Alexander und Sandahl beschreiben die Merkmale der dänischen Erziehung u.a. anhand ihrer Beobachtung im persönlichen Umfeld, wobei sie eigene Verhaltens- und Denkweisen bei der Erziehung ihrer eigenen Kinder und Kindern anderer Eltern reflektieren. Zur Überprüfung ihrer Beobachtungen und Schlussfolgerungen ziehen sie wissenschaftliche Quellen hinzu, die sie im Anhang auflisten und kommentieren.

Ihr Buch ist in sieben Hauptkapitel unterteilt:

  1. Unsere „Standardeinstellung“ erkennen
  2. „G“ steht für gutes Spiel
  3. „L“ steht für Lernorientierung
  4. „U“ steht für Umdeutung
  5. „E“ steht für Empathie
  6. „C“ steht für Coolbleiben
  7. „K“ steht für kuscheliges Zusammensein (Dänisch:“hygge“)

Die vorangestellten Großbuchstaben der Kapitel 2. – 7. bilden zusammen das Wort „Glück“. Schnell wird mir als Leser klar, dass Ihre Entscheidung den Begriff „Glück“ hervorzuheben, kein Zufall ist, sondern von beiden Autorinnen beabsichtigt ist. Sie weisen darauf hin, dass sich das „Glück“ der Dänen im  „Better Live Index“ der OECD wiederspiegele. Tatsächlich sind jenem Better Live Index zufolge die Dänen das glücklichste Volk der Welt.

Die Journalistin Kerstin Burlage kritisiert in ihrer Buchvorstellung bei Radio Bremen den „Superlativ“ des – zumindest in der deutschen Übersetzung – von Alexander & Sandahl gewählten Begriffes „Glück“. Zufriedenheit sei schon, so Burlage, ein recht hohes Ziel. Dem schließe ich mich an und füge hinzu, dass der Better Life Index weniger das Glück, eher die (Lebens-) Zufriedenheit der Menschen eines Landes beschreibt.

Alexander & Sandahl erläutern, wie in dänischen Kitas den Kindern Fotos von Menschen gezeigt werden, deren Mimik auf bestimmte Gefühle schließen lassen. Kleine Kinder würden so üben, die Gefühle anderer Menschen anhand der Mimik zu erkennen bzw. empathisch zu sein. Laut Forschungsergebnissen sei die Empathiefähigkeit bei allen Menschen von Geburt an vorhanden. Jene Empathiefähigkeit würde von vielen Kindern verlernt werden, wenn sie selber zu wenig Empathie erfahren würden (5.  Kapitel „E“ steht für Empathie).

Bei der Erziehung würden Eltern und Lehrer in Dänemark auf das Mittel der Belohnung bzw. Bestrafung verzichten, weil dies nur kurzfristige Motivation (Belohnung) böte bzw. Frust beim Kind erzeuge (Bestrafung). Motivation entstehe, wenn ein Kind neugierig bliebe, mit anderen Kindern lerne und somit stets durch das neu Erlernte motiviert würde, seine Kenntnisse und Fähigkeiten weiterzuentwickeln (3. Kapitel „L“ steht für Lernorientierung).

Trotz meiner Kritik an der Verwendung des „Superlativs“ Glück empfehle ich das Buch zur Lektüre, weil es leicht zu lesen und sehr verständlich die Unterschiede zum hiesigen, deutschen Erziehungsmodell und Bildungssystem aufzeigt, bei dem Schulnoten und Rahmenlehrpläne den Ton angeben. Auf eine Benotung wird in den sogenannten „Folkeskolen“ (9 Jahre ab dem 7. Lebensjahr) weitesgehend verzichtet. Erst ab den höheren Klassen wie dem Gymnasium werden schulische Leistungen in Dänemark benotet.

Der Aspekt Lernorientierung (3. Kapitel) erscheint mir sehr spannend. Meine Gedanken dazu fasse ich einem der folgenden Blogbeiträge zusammen. Schaut bei Interesse gerne nochmal vorbei.

Noch etwas: Warum nach Dänemark ziehen, wenn man in Berlin am Klavier glücklich werden kann. Bei Interesse an einer kostenfreien Probestunde freue ich mich über Deine Nachricht 😉 !


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